Digitale Souveränität ist für viele Unternehmen ein strategisches Thema – bei Thomas in Herdorf wird sie in der Praxis gelebt. Das familiengeführte Industrieunternehmen zählt zu den prägenden Mittelständlern der Region Westerwald/Sieg und gilt als technologisch anspruchsvolles Vorzeigeunternehmen. Im Rahmen des Digital-Stammtischs Westerwald/Sieg erhalten die Teilnehmenden einen seltenen Einblick, wie ein mittelständisches Unternehmen digitale Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit, IT-Sicherheit und wirtschaftliche Vernunft miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie viel digitale Eigenständigkeit ist für ein mittelständisches Unternehmen realistisch, sinnvoll und bezahlbar?
Der Digital-Stammtisch Westerwald/Sieg lädt im August zu einem besonderen Praxisabend nach Herdorf ein. Gastgeber ist die Thomas GmbH, vielen in der Region noch unter dem früheren Namen Thomas Magnete bekannt. Das Unternehmen entwickelt und produziert elektromagnetische und fluidische Aktoriksysteme und zählt mit rund 900 Mitarbeitenden zu den bedeutenden
Industrieunternehmen im Landkreis Altenkirchen.
Das Thema des Abends lautet: Digitale Souveränität im Mittelstand.
Digitale Souveränität bedeutet, die eigene Handlungsfähigkeit in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft zu sichern. Es geht nicht darum, jede Technologie selbst zu entwickeln oder sich grundsätzlich von externen Anbietern abzuschotten. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, bewusste Entscheidungen zu treffen: Welche Systeme betreiben wir selbst? Wo nutzen wir Cloud oder Plattformlösungen? Wo entstehen Abhängigkeiten? Und welche Risiken sind wir bereit einzugehen? Gerade für mittelständische Unternehmen ist diese Abwägung anspruchsvoll. Einerseits sollen moderne IT-Systeme leistungsfähig, sicher und wirtschaftlich betrieben werden. Andererseits wächst die Abhängigkeit von großen internationalen Technologieanbietern, proprietären Plattformen und externen Cloud-Infrastrukturen. Viele Unternehmen sprechen deshalb über digitale Souveränität – deutlich seltener ist zu sehen, wie konsequent ein Mittelständler diesen Gedanken praktisch umsetzt. Thomas bietet hierfür ein außergewöhnlich spannendes Beispiel. Das Unternehmen orientiert sich an klaren Werten, verfolgt einen nachhaltigen Unternehmensansatz und hat über Jahre eine eigene, leistungsfähige IT- und Rechenzentrumsinfrastruktur aufgebaut. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist dieser Weg nicht selbstverständlich. Genau deshalb ist der Abend für Unternehmerinnen und Unternehmer, IT-Verantwortliche und Digitalisierungsinteressierte aus der Region besonders interessant.
Die Teilnehmenden erhalten Einblicke, die man in dieser Form kaum aus Fachartikeln oder Herstellerpräsentationen bekommt. Verantwortliche von Thomas berichten aus der Praxis: Welche Überlegungen standen am Anfang? Welche Vorteile bringt ein höherer Grad an Eigenständigkeit im laufenden Betrieb? Wo liegen Grenzen, Zielkonflikte und Kosten? Und wie lässt sich
digitale Souveränität mit IT-Sicherheit, Nachhaltigkeit und operativer Effizienz verbinden?
Der Abend soll ausdrücklich kein abstrakter Grundsatzvortrag werden, sondern ein praxisnaher Blick hinter die Kulissen. Neben einem fachlichen Impuls ist Raum für konkrete Fragen, Erfahrungsaustausch und Diskussion. Besonders wertvoll ist dabei die Möglichkeit, direkt mit den technisch Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen und aus erster Hand zu erfahren, wie digitale Souveränität im industriellen Mittelstand tatsächlich umgesetzt werden kann.
